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Die Befristung

An dieser Stelle sollen eine Reihe von Fragen zur Befristung erörtert werden.

Warum wird befristet? Was ist Befristung? Welche Nachteile können mit der Befristung verbunden sein? Wann sollte man eine befristete Anstellung in Betracht ziehen? Wie lässt sich die Entscheidung für oder gegen eine befristete Anstellung treffen?  Welche Rechte und Pflichten hat man als Arbeitnehmer mit einer befristeten Anstellung?

Die Befristung im Arbeitsrecht

Die Befristung bezeichnet eine zeitlich limitierte Form eines Arbeitsvertrags für einen vorher bestimmten Zeitabschnitt. Das kann entweder nach einer Abmachung zwischen Arbeitnehmer sowie Arbeitgeber oder entsprechend gesetzlicher Vorschriften passieren. Es gibt unterschiedliche Gründe, aus denen ein Arbeitsvertrag befristet werden kann. Zum Beispiel, wenn ein Arbeitgeber eine neue Position einführt und ein Mitarbeiter nur für eine begrenzte Dauer erforderlich ist beziehungsweise falls die Stelle nur vorübergehend zu besetzen ist.

Es gibt unterschiedliche Situationen, in denen eine Befristung des Arbeitsvertrags per Gesetz vorgeschrieben ist, zum Beispiel beim Einsatz von Azubis oder wenn die Zusammenarbeit mit einem Arbeitnehmer beendet wird. In derartigen Fällen muss der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer spätestens drei Monate vor Auslaufen des Vertrags in Schriftform kündigen.

Befristete Arbeitsverträge sind nicht immer schlecht für die Arbeitnehmerseite, vielmehr haben sie sogar des Öfteren Vorteile im Vergleich zu nicht befristeten Arbeitsverträgen. Zum Beispiel können sie als günstiger Ausgangspunkt in ein neues Berufsfeld dienen und einen Einstieg in eine gänzlich neue Branche ermöglichen. Zudem verheißt ein befristetes Arbeitsverhältnis Flexibilität, weil dieses weniger lange bindet wie es andere Beschäftigungsverhältnisse tun und man sich ohne Schwierigkeiten an sich ändernde Umstände anpassen kann.

Neben dem Genannten gibt es noch eine Reihe andere Nach- und Vorteile im Zusammenhang mit der Befristung von Beschäftigungsverhältnissen. Indem diese den Betrieben auf diese Weise mehr Flexibilität bietet, um Änderungen am Markt angemessen begegnen zu können, ist es für die Angestellten erheblich schwieriger, sich wirtschaftlich abzusichern, da sie keinen Anspruch auf Weiterbeschäftigung haben.

Aber in etlichen Fällen befristete Verträge mit mehr Chancen als Risiken verbunden vor allen Dingen für jüngere Arbeitnehmer auf Jobsuche oder ältere Personen, welche ihr Glück in einer neuen Branche finden wollen.


Gründe für eine Befristung 

Es gibt etliche Gründe, warum ein Beschäftigungsverhältnis mit einer Befristung versehen wird. So kann es vorkommen, dass es um einen neuen Arbeitsplatz geht, bei dem nicht feststeht, ob er erhalten bleibt. In diesen Fällen wird häufig auf eine befristete Anstellung gesetzt, um zu beobachten, ob die neue Planstelle den Vorstellungen entspricht und ob sie langfristig benötigt wird.

Ein anderer Anlass für die Befristung einer Stelle kann sein, dass der Arbeitgeber die Gewissheit haben möchte, dass er den Beschäftigten in definierten zeitlichen Abschnitten evaluieren kann. Auf diese Weise kann er sehen, ob der Angestellte seine Arbeit zufriedenstellend erledigt und ob er weiterhin mit diesem zusammenarbeiten will.

Die Vor- und Nachteile einer Befristung für die Arbeitnehmer

Es existieren eine Menge Motive, weshalb Personen eine befristete Anstellung in Erwägung ziehen. Zuweilen gibt es keine andere Art von Arbeit, die zur Verfügung steht, und manchmal ist es die passendste Variante aufgrund von persönlichen Umständen. Letztendlich können befristete Arbeitsverträge sowohl für Arbeitnehmer als auch für Arbeitgeber Nachteile mit sich bringen, darum ist es unverzichtbar, die Nach- und Vorteile miteinander zu vergleichen, ehe eine Entscheidung getroffen wird.

Die Vorteile einer befristeten Anstellung

Ein befristeter Arbeitsvertrag kann zahllose Vorzüge haben. In erster Linie verspricht sie die Möglichkeit, Erfahrungen in einer Firma beziehungsweise in einer neuen Position zu machen. Das kann von hohem Nutzen sein, falls ein Arbeitnehmer sich bemüht, den nächsten Karriereschritt zu gehen. Eine befristete Anstellung kann eine gute Möglichkeit sein, in einer Firma tätig zu werden, welche ansonsten nur schwer zu erreichen ist.

Ein anderer Vorteil einer Arbeitsvertrages mit Befristung ist dessen Flexibilität. Stellen mit einer Befristung können des Öfteren sehr gut auf die persönlichen Bedürfnisse zugeschnitten werden - so können sie sich auf bestimmte Tage oder Zeiträume des Jahres beschränken oder Teilzeit sein. Das kann von großem Nutzen sein, wenn jemand noch weitere Verpflichtungen hat, welchen er unbedingt nachkommen muss, oder für den Fall, dass jemand seinen Stil zu Leben variabel gestalten will.



Nachteile einer befristeten Anstellung

In der Praxis gibt es auch ein paar Nachteile, vor der Entscheidung für eine befristete Arbeitsstelle zu berücksichtigen. Ein offensichtlicher Nachteil ist die Ungewissheit hinsichtlich der Zukunft - sowohl was den Job als auch den Arbeitsentgelt betrifft. Wenn ein Beschäftigter Anfang an weiß, dass sein Arbeitsverhältnis nur von begrenzter Dauer ist, kann das zu Belastungen sowie ernsten Sorgen führen und es fällt ihm möglicherweise schwerer, sich voll und ganz auf seine Aufgaben zu konzentrieren.

Ein erheblicher Nachteil von Arbeitsplätzen mit Befristung ist, dass ein Betroffener eventuell nicht so angenehme Arbeitsbedingungen hat wie festangestellte Beschäftigte. Das heißt in vielen Fällen, weniger Urlaubstage, geringerer Lohn sowie reduzierte Sozialleistungen. Auch wenn jemand während der Zeit seiner Beschäftigung mehr Verantwortung übernimmt sowie mehr Leistung erbringt, ist es oft schwierig, dies in Form von Lohnerhöhungen oder anderen Vorteilen honoriert zu bekommen.

Eines der üblichen Probleme, welche durch befristete Beschäftigungsverhältnisse verursacht werden, ist die Unsicherheit für den Beschäftigten. Der Arbeitnehmer kann die berufliche Karriere nicht planen, weil er kaum weiß, ob und wann er eine Verlängerung des befristeten Arbeitsvertrages bekommen wird. Außerdem hat der Beschäftigte keinen Anspruch auf eine Weiterbeschäftigung beziehungsweise soziale Absicherung, die er bei nicht befristeten Arbeitsverträgen automatisch hat.

Für Mitarbeiter ist es darüber hinaus schwerer, eine Kredit- oder Hypothekenfinanzierung zu kriegen, solange sie nur mit einer Befristung beschäftigt sind. Weil die Kreditinstitute diesen somit keine langfristige Sicherheit gewähren können, sind die davon betroffenen Angestellten dazu gezwungen, andere Finanzinstrumente zu nutzen oder auf alternative Einnahmemöglichkeiten zurückgreifen.

Prinzipiell machen es befristete Arbeitsverhältnisse dem Beschäftigten schwer, sich weiterzuentwickeln. Weil diese in der Regel nicht wissen, ob und wie lange sie bei ihrem Arbeitgeber arbeiten werden, haben sie oft geringere Motivation und Investition in die eigene Karriere. Aus diesem Grund ist es für diese Mitarbeiter schwierig, Fortschritte zu erzielen oder neue Fähigkeiten zu entwickeln beziehungsweise auszubauen.

Die Rechte und Pflichten als Arbeitnehmer in einer befristeten Anstellung

Vor diesem Hintergrund ist es wichtig zu verstehen, welche Rechte und Pflichten mit einer befristeten Stelle verknüpft sind, um zu garantieren, dass man seine Rechte als Mitarbeiter konsequent ausnutzt und zugleich selbstverantwortlich agiert. Aus diesem Grund ist es empfehlenswert, seinen Arbeitsvertrag kritisch zu lesen sowie eventuell Fragen beziehungsweise Unklarheiten mit dem Arbeitgeber oder dem Betriebsrat zu erörtern, um die Gewissheit zu haben, dass man jedes Detail der befristeten Anstellung umfänglich verstanden hat.


Die Rechte des Arbeitnehmers in einer befristeten Anstellung

Ein Mitarbeiter, welcher in einer befristeten Anstellung arbeitet, hat in den meisten Fällen die gleichen Rechte wie ein Beschäftigter in Vollzeit. Hierzu gehören die Ansprüche auf:

•    Schutz vor Diskriminierung und Benachteiligung am Arbeitsplatz
•    gesetzlichen Mindestlohn und alle gesetzlichen Lohngarantien
•    Mitbestimmung durch einen Betriebsrat oder eine Gewerkschaft
•    Urlaubstage gemäß Bundesgesetz und Tarifvertrag

Die Pflichten des Arbeitnehmers in einer befristeten Anstellung

Beschäftigte, die einen befristeten Arbeitsvertrag eingegangen sind, haben in der Regel dieselben Pflichten wie die Mitarbeiter mit nicht befristeten Verträgen. Zum Beispiel haben sie die Pflicht, die:

•    Arbeitsbedingungen des Arbeitgebers einzuhalten
•    vom Arbeitgeber festgelegten Anforderungen zu erfüllen
•    vom Arbeitgeber festgelegte Kleidung anzuziehen und sich dem Dresscode zu unterwerfen

Fehlender Kündigungsschutz für befristete Arbeitsstellen

Es gibt aber diverse Unterschiede zwischen befristeten Arbeitsstellen sowie Stellen mit Vollzeit, speziell im Hinblick auf den Kündigungsschutz: Eine Arbeitsstelle mit Befristung ist im Normalfall lediglich für eine bestimmte Zeit gültig und endet ohne Zutun mit Ablauf des im Vertrag festgelegten Termins. Sowie der Arbeitsvertrag abgelaufen ist, kann der betroffene Arbeitnehmer nicht mehr juristisch dagegen vorgehen, dass er entlassen wird - im Unterschied zu Vollzeitmitarbeitern, welche normalerweise mittels Kündigungsschutzgesetze abgesichert werden.

Die telefonische Soforthilfe der ArbeitnehmerHilfe Kiel e.V.

Bei speziellen Fragen zur Befristung von Arbeitsverträgen oder zu anderen arbeitsrechtlichen Themen erreichen Sie den Fachanwalt für Arbeitsrecht der ArbeitnehmerHilfe Kiel unter der 0431-72003590 immer von Montag bis Freitag zwischen 9 und 17 Uhr.


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